Südwest-Jusos fordern Gemeinschafts- statt Kleinstschulen

Südwest-Jusos fordern Gemeinschafts- statt Kleinstschulen

Die Jusos Baden-Württemberg kritisieren das Vorhaben der grün-schwarzen Landesregierung, Werkrealschulen auch bei sehr geringen Anmeldezahlen als Kleinstschulen zu erhalten. „Die Landesregierung betreibt systematische Realitätsverweigerung und will die 235 Werkrealschulen um jeden Preis erhalten. Wir brauchen aber keine überteuerte Symbolpolitik“, betont der stellvertretende Landesvorsitzende Luca Baumann. 

Nach der geplanten Änderung fallen die Werkrealschulen aus dem Fokus der regionalen Schulentwicklung. Die entsprechenden Schulen könnten dann mit stetigen Anmeldezahlen unter 16 Schülerinnen und Schülern für die fünfte Klasse weiterbestehen – und das auch in den Fällen, in denen vor Ort eine Gemeinschaftsschule vorhanden sei. „Die Landesregierung hält aus falscher Nostalgie an verkrusteten Strukturen fest und doktert lediglich an den Symptomen herum. Wir brauchen keinen bildungspolitischen Flickenteppich aus Kleinstschulen, sondern einen politischen turn-around“, so der Juso-Landesvorsitzende Pavlos Wacker. Bildungspolitisch notwendig wäre mindestens eine Zwei-Säulen-Struktur mit Gemeinschaftsschulen und Gymnasien. 

Gerade in Zeiten des Lehrermangels, den die Kultusministerin nur zaghaft bekämpfe, brauche es diese strukturellen Veränderungen. „Wenn wir flächendeckend gute Schulen mit hoher Qualität, vielen Lehrkräften und guter Erreichbarkeit wollen, müssen wir die Gemeinschaftsschulen ausbauen. Dies ist pädagogisch sinnvoller und auch ökonomisch klüger. Und ganz nebenbei sorgen wir damit auch noch für deutlich mehr Bildungsgerechtigkeit!“ In Gemeinschaftsschulen lernen Kinder auf drei Niveaustufen und können dadurch alle Abschlüsse wohnortnah erzielen. Darüber hinaus seien Gemeinschaftsschulen finanziell weitaus effizienter als die mühsame Aufrechterhaltung der vielen kleinen Werkrealschulen. „Was die CDU unter Kultusministerin Eisenmann fabriziert, ist ein bildungspolitisches Armutszeugnis. Statt die Schulformen finanziell gegeneinander auszuspielen, wäre es deutlich sinnvoller, Gemeinschaftsschulen gezielt auszubauen“, bilanziert Wacker.

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