Jusos verteidigen Gemeinschaftsschulen gegen Kritik

Jusos verteidigen Gemeinschaftsschulen gegen Kritik

Die baden-württembergischen Jusos weisen die scharfe Kritik des Philologenverbands an den Gemeinschaftsschulen zurück und fordern die CDU Baden-Württemberg zu einem klaren Bekenntnis und die grüne Landtagsfraktion zu mehr Einsatz für die Gemeinschaftsschulen auf. Der Philologenverband, die Interessenvertretung der Gymnasiallehrer, hatte vor allem die Belastung von Gymnasial-Lehrkräften an Gemeinschaftsschulen kritisiert, aber auch das Konzept der – 2012 von der damaligen grün-roten Landesregierung eingeführten – Schulform in Frage gestellt.

„Wer von druckfreiem Lernen spricht und behauptet, eine ganze Schülergenerationen werde verheizt, war entweder noch nie an einer Gemeinschaftsschule oder spielt bewusst mit falschen Vorurteilen über Gemeinschaftsschulen“, stellt Luca Baumann, stellvertretender Landesvorsitzender der Jusos Baden-Württemberg, der Kritik des Philologenverbands entgegen.

Der Belastung der Lehrer widersprechen die Jusos nicht grundsätzlich. Nadja Fakesch, Bundeskoordinatorin der SchülerInnen und Auszubildenden bei den Jusos aus Baden-Württemberg, erklärt hierzu: „Natürlich sind viele Lehrkräfte an Gemeinschaftsschulen besonders gefordert. Hier gilt es in der Ausbildung, insbesondere jener der Gymnasiallehrkräfte, stärker auf die neue Schulform vorzubereiten und den Gemeinschaftsschulen mehr LehrerInnen und Lehrer zur Verfügung zu stellen. Über eine Mangelversorgung aber das Konzept der Gemeinschaftsschulen in Frage zu stellen, zeigt nur eines: CDU und Philologenverband lehnen die Gemeinschaftsschule aus ideologischen Gründen seit jeher ab und weigern sich, unser Bildungssystem ins 21. Jahrhundert zu führen.“

In den Gemeinschaftsschulen stehe die individuelle Förderung und das gemeinsame Lernen unterschiedlichster sozialer Schichten im Mittelpunkt, führt Fakesch weiter aus. Weiter sei es nicht zutreffend, dass es keine Noten an den Gemeinschaftsschulen gäbe. Zudem würden viele Unternehmen die persönlichen Kompetenzen der Gemeinschaftsschul-Abgänger loben. Auch die guten Noten in den Abschlussprüfungen hätten gezeigt, dass die Gemeinschaftsschüler problemlos mit Abgängern anderer Schulen mithalten könnten. „Die Gemeinschaftsschule ist gerade für eine Gesellschaft wichtig, in der es eine immer größere gesellschaftliche und soziale Spaltung gibt. Wir hätten zumindest erwartet, dass die Grünen sich hier stärker positionieren und nicht aus machttaktischen Gründen das Ansehen der Gemeinschaftsschulen leiden lassen“, so Baumann. Vertreter des Vereins für Gemeinschaftsschulen seien mit ihrer Verteidigung der Schulform alleine gelassen worden.

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