Juso-Hochschulgruppen kritisieren Bildungsministerin und fordern finanzielle Unterstützung für Studierende

Juso-Hochschulgruppen kritisieren Bildungsministerin und fordern finanzielle Unterstützung für Studierende

Die Juso-Hochschulgruppen Baden-Württemberg kritisieren den Vorschlag der Bundesbildungsministerin Anja Karliczek für ein zinsloses Darlehen für Studierende, die ihr Einkommen aufgrund der Corona-Pandemie verloren haben. Es sei Studierenden nicht zumutbar, neben der Finanzierung des Studiums und des eigenen Lebensunterhalts auch noch einen Kredit abzubezahlen. Generell blieben viele Fragen, die den Umgang mit Corona im Studium betreffen, auch Wochen nach Ausbruch der Pandemie ungeklärt.

„Als Studierender muss man sich bei so einem Vorschlag schon fragen, ob er tatsächlich ernst gemeint ist.“, so Niklas Anner, Landeskoordinator der Juso-Hochschulgruppen Baden-Württemberg. „Einige Studierende sehen sich aktuell in ihrer Existenz bedroht. Es ist unklar, wann sie wieder Arbeit finden können. Nun sollen sie sich verschulden, um ihren Lebensunterhalt während des Studiums finanzieren zu können? Was das bewirken kann, sieht man in den USA. Wir belasten junge Menschen unverschuldet für eine Ausnahmesituation, für die keiner etwas kann. Das ist unsolidarisch“, so Anner.

„Vor allem, wenn man sieht, wie vehement in verschiedenen anderen Politikbereichen auf die Corona-Pandemie reagiert und Geld ausgegeben wird, ist man schon überrascht.“, so Anita Raszillier, ebenfalls Landeskoordinatorin der Juso-Hochschulgruppen Baden-Württemberg. „Unternehmen bekommen beispielsweise vom Land finanzielle Unterstützung, die sie nicht zurückzahlen müssen. Das ist auch richtig so. Nur verwundert es, dass Studierende finanzielle Unterstützung, die sie zum Überleben benötigen, dann zurückzahlen sollen. Da stellt sich die Frage der Verhältnismäßigkeit“, so Raszillier.

Die Juso-Hochschulgruppen Baden-Württemberg haben bereits vor zwei Wochen in einem Forderungskatalog einen Hilfsfonds für Studierende gefordert. Studierende sollen Unterstützung in der Höhe erhalten, die sie zur Deckung ihrer Lebenshaltungskosten benötigen. Aufgrund der ohnehin angespannten finanziellen Lage vieler Studierender, solle von einer späteren Rückzahlung, wie Bundesbildungsministerin Karliczek sie momentan fordert, abgesehen werden.

„Das Bundesbildungsministerium und das Landeswissenschaftsministerium zeichnen sich gerade vor allem durch Untätigkeit aus.“, so Kai-Uwe Herrenkind, ebenfalls Landeskoordinator der Juso-Hochschulgruppen Baden-Württemberg. „Es ist zum Beispiel immer noch nicht klar, wie sich die Corona-Pandemie auf die Bafög-Förderdauer der Studierenden auswirkt. Und die Studiengebühren für Nicht-EU-Ausländer*innen und Studierende im Zweitstudium werden auch weiterhin erhoben. Studierende brauchen jetzt Antworten und Planungssicherheit.“

Share this Post: Facebook Twitter Pinterest Google Plus StumbleUpon Reddit RSS Email

Related Posts

Comments are closed.