Jusos verärgert über fehlendes Corona-Management für Schulen und Kitas

Jusos verärgert über fehlendes Corona-Management für Schulen und Kitas

Nach den Demonstrationen für mehr Klarheit und Kommunikation in der Corona-Krise solidarisieren sich die Jusos Baden-Württemberg mit Eltern, Erzieher*innen und Lehrkräften.

 „Das Krisenmanagement der Kultusministerin Susanne Eisenmann kommt zu spät und zu unkonkret“, kritisiert David Schwarz, stellvertretender Landesvorsitzender der Jusos und selbst Schüler*innenvertreter. „Die Entschlossenheit, mit der auf Bundesebene Konjunkturpakete beschlossen werden, bräuchten wir in der Bildungspolitik, damit Eltern, Kinder und Schüler*innen endlich wieder Planungssicherheit haben.“

Es sei Eltern nicht dauerhaft zuzumuten, neben erschwerten Arbeitsverhältnissen auch noch die schulische Betreuung ihrer Kinder zu übernehmen. Die Forderungen von Eltern und Kindern seien nicht ernst genommen worden, so die Jusos: Seit den abrupten Kita-Öffnungen Mitte Mai habe die Ministerin es offenbar weiterhin versäumt, ein Konzept für weitere Öffnungen und die notwendigen Hygienemaßnahmen zu erstellen.

„Ebenso ist es verantwortungslos, diese Aufgaben vollständig auf die Einrichtungen abzuwälzen“, ergänzt die stellvertretende Landesvorsitzende Philippa Stolle. „Kitas, Schulen und die jeweiligen Träger erhalten ständig neue Anweisungen, die sie innerhalb kürzester Zeit umsetzen sollen, ohne irgendeine Unterstützung von der Ministerin zu erhalten.“

Die Jusos bezweifeln auch die Sinnhaftigkeit freiwilliger Nachholstunden in den letzten zwei Wochen der Sommerferien. „Die Energie, die für die Organisation aufgewandt werden muss, wäre besser in den reibungslosen Schulalltag nach den Ferien investiert,“ so Stolle. „In zwei Wochen mit je einer Fachstunde pro Tag kann auch die engagierteste Lehrkraft keine Monate an Stoff nachholen. Wir fordern, den Bildungsplan für das neue Schuljahr entsprechend anzupassen, statt zu versuchen, jetzt noch etwas notdürftig zu flicken.“

Außerdem habe die Krise deutlich gezeigt, wie stark Betreuung und Bildung noch vom Geldbeutel und der Muttersprache abhänge. Diese Ungleichheiten müssten strukturell abgeschafft werden. „Bildungsungerechtigkeit ist Normalität“, sagt David Schwarz, „aber eine Normalität, zu der wir nicht zurückkehren dürfen.“

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