Venezuela – Warum Maduro zu Fall gebracht wurde
Sie haben es wirklich getan! Die Amerikaner haben Maduro, den Präsidenten und Diktator des südamerikanischen Staats Venezuela, gefangen genommen.
In der Nacht vom 2. auf den 3. Januar 2026 haben die Amerikaner Luftschläge gegen wichtige militärische und zivile Ziele in und um die Hauptstadt Venezuelas, Caracas, herum ausgeführt. Sie trafen unter anderem einen Flughafen, Kaianlagen in der Region „La Guaira“, Kommunikationsanlagen des Militärs und einen großen Militärstützpunkt.
Diese Angriffe sollten anscheinend Maduros Streitkräfte binden, um ihn von Special Forces gefangen nehmen zu lassen. Diese Schlüsse lassen zumindest die Bilder von einer Gruppe Helikopter und Rauchwolken über Caracas zu, welche nach dem Einsatz auftauchten.
Die Aktion wurde anscheinend penibel von der CIA geplant und über Monate genauestens vorbereitet. Das lässt darauf schließen, dass sie Maduros Reaktion auf die Angriffe genauestens kannten und vermutlich Spione bis in die höchsten Ebenen der Regierung von Venezuela hatten und haben, um eventuelle Gegenwehr im Keim zu ersticken und ihn schnell gefangen nehmen zu können. Er hatte keine Chance.
Diese Gefangennahme, gepaart mit den jüngsten Angriffen auf Venezuela, stellt lediglich die Klimax der Kette von Ereignissen dar, die bis zu diesem Punkt im Verhältnis von USA und Venezuela geführt haben. Dem voraus ging die bereits Monate andauernde Serie von Angriffen auf Boote von angeblichen Drogenschmugglern aus Venezuela durch das US-Militär, welche bereits über einhundert potenziell unschuldigen Menschen das Leben gekostet hat, denn die US-Regierung hat bisher keine stichhaltigen Beweise vorlegen können, die zweifelsfrei belegen, dass diese Menschen in der Tat Drogen schmuggeln. Doch selbst das würde nicht die außergerichtliche Tötung von über einhundert Menschen rechtfertigen, welche man auch einfach von der US-Marine hätte festnehmen lassen können.
Außerdem wurden von den USA Ende letzten Jahres zwei Tanker der venezolanischen Handelsmarine festgesetzt und in die USA gebracht, was nach internationalem Recht Diebstahl und Bruch des Völkerrechts darstellt, wie auch die Tötungen der angeblichen Schmuggler.
Zu guter Letzt besteht gegen Venezuela seit langem eine lange Liste an Sanktionen, welche einen Machtwechsel zugunsten der USA herbeiführen sollten oder zumindest die Regierung für ihren autoritären Regierungsstil bestrafen sollten. Diese wurden nach der Wahl von 2024 noch einmal verschärft, da Maduro die Wahl damals verlor und seine Macht aber nicht abtrat, sondern trotz Anschuldigungen der Wahlmanipulation weiter an der Macht blieb. Seither hatte er also faktisch kein Mandat mehr, das Land zu regieren, und hielt sich mittels seines Machtapparats und des Militärs an der Spitze des Landes.
Was wird Maduro aber konkret vorgeworfen? Etwas Ähnliches, was man schon einem Diktator vorwarf, welchen die USA vor ca. 35 Jahren aus dem Amt entfernten und mit dessen Fall man die heutige Lage vergleicht: Manuel Noriega. Er war Regierungschef des Landes Panama und war anscheinend eng in den Drogenhandel verstrickt, zuerst half er, die Kartelle zu infiltrieren und zu untergraben, wechselte aber irgendwann die Seiten und verdiente kräftig am Drogenhandel mit. Als er begann, sich und sein Land dem sowjetischen Block anzunähern und ebenfalls nach einer verlorenen Wahl sich weigerte, seinen Posten zu räumen, griffen die USA ein und stürzten ihn. Dass es vielleicht nicht um die Drogen, sondern um den Panamakanal und die Annäherung an die UdSSR ging, bestreitet die US-Regierung bis heute.
Auch bei Nicolás Maduro geht es also um den Handel mit Drogen, in welchen er und der ganze Staat Venezuela verstrickt sein sollen. Beweise gibt es dafür seitens der US-Regierung öffentlich bisher keine. Aber es gibt die Spur des Geldes, welcher man folgen kann, um den wahren Gründen für Maduros Entmachtung bzw. dem US-Interesse an Venezuela auf die Schliche zu kommen.
Das Geld führt einen hier unter die Erde, zum schwarzen Gold Venezuelas, dem Öl. Denn Venezuela sitzt auf den größten Erdölvorkommen der Welt! Es scheint kaum vorstellbar, dass ein armes Land wie Venezuela überhaupt Bodenschätze haben könnte, aber es hat sogar größere Reserven als Saudi-Arabien, welches ja gemeinhin als das Ölland schlechthin gesehen wird. Und das ist es, worauf die US-Regierung tatsächlich aus ist. Es geht darum, die gigantischen Ölvorkommen Venezuelas in die amerikanische Einflusssphäre einzugliedern, indem man das Regime Maduro demontiert und die rechtmäßige Präsidentin Venezuelas an die Spitze der neuen Regierung stellt. Diese steht dann in der Schuld der USA und weiß genau, dass sie ebenfalls jeden Moment auch „gemadurot“ werden kann, wenn sie aus der Reihe tanzt. Und wird alles tun, um in der Gunst der Amerikaner zu bleiben, wie zum Beispiel die Ölvorkommen Venezuelas zu Spotpreisen für die großen amerikanischen Ölfirmen freizugeben und sich nicht um Umwelt- und Menschenrechtsverletzungen eben dieser Unternehmen zu kümmern. Sprich, es wird laufen, wie es bereits so viele Male in allen Teilen der Welt passiert ist, wenn die USA angeklopft haben und gefragt haben, ob man ein bisschen Demokratie mit amerikanischen Charakteristiken haben möchte. Dann kommt es zu einem sehr alten Deal: Wir halten dich an der Macht, und du lässt uns Ressourcen ausbeuten, wie wir wollen. Das hat nichts mit Demokratie zu tun, sondern nur etwas mit Profitgier. Dafür muss man nur in die Geschichte der USA und Mittel- bzw. Südamerikas blicken und wird dutzende ähnliche Beispiele finden, welche immer mehr oder weniger nach demselben Schema ablaufen.
All diese Schilderungen sollen nicht den Eindruck erwecken, Maduro oder sein Regime wären in irgendeiner Weise gut oder gerecht, das sind sie mit Sicherheit nicht. Auf den Weltranglisten in Demokratie, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Menschenrechten im Generellen rangiert Venezuela konstant in den untersten 15–20 %, und daran hat Maduro keinen kleinen Anteil. Aber die Amerikaner hat noch nie die Demokratie gekümmert, wenn sie sich einmal gegen amerikanische Interessen stellt. Sollten also z. B. die Menschen eines mittelamerikanischen Landes einen Präsidenten wählen, welcher verspricht, die US-Konzerne zugunsten der Bevölkerung höher zu besteuern oder anderweitig einzuschränken, dann ist er sehr schnell ein gefährlicher Kommunist und muss schleunigst gestürzt und durch eine treue Marionette ersetzt werden. Oder demokratische Bestrebungen eines Regierungswechsels werden brutal im Keim erstickt, um den eigenen Einfluss nicht zu verlieren. Auch wenn das heißt, Diktatoren zu stützen aber hier sind es ja die eigenen.
Machen nun Maduros Enteignungen amerikanischer Konzerne ihn zum Heiligen angesichts seiner anderen Taten? Nein!
Aber würde ein anderes repressives Regime, nur jetzt amerikafreundlich, irgendetwas besser machen? Das ist hier, wie auch 2003 im Irak, die Frage. Ist ein Regime Change, welcher nur Ressourcen in amerikanische Hand gibt und an den politischen Verhältnissen aber objektiv kaum etwas ändert, es wirklich wert? Ist der Sturz einer Regierung, welchen man immer mit Blut bezahlt, es wert, wenn man lediglich die eigenen Herren austauscht, welche nun Amerikaner oder deren Marionetten sind?
Nein! Demokratisierung ist wichtig, aber eine mittelamerikanische Demokratie von Amerikas Gnaden, welche den Namen eher als Zierde denn als wahre Beschreibung trägt, ist kaum besser als das jeweilige bisher bestehende Regime!
