Pressemitteilung: Schwere Vorwürfe gegen Palmer: „Eines Oberbürgermeisters unwürdig, sollten diese sich bestätigen“

Veröffentlicht von Jusos Baden-Württemberg am

Die Jusos Baden-Württemberg und die Jusos Tübingen fordern Aufklärung und kritisieren den Missbrauch politischer Machtverhältnisse.

Nachdem eine ehemalige Tübinger Gemeinderätin in einem 17-seitigen Papier schwere und detaillierte Vorwürfe sexueller Übergriffe, der Manipulation und des Machtmissbrauchs gegen den Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer erhoben hat, zeigen sich die Jusos BadenWürttemberg und die Jusos Tübingen erschüttert. Palmer weist die Vorwürfe zurück. Eine unabhängige Klärung steht bislang aus.

„Auch wenn Palmer die Vorwürfe von sich weist, haben vergangene Fälle sexualisierter Gewalt und des Machtmissbrauchs gezeigt, wie wichtig es ist, die Perspektiven mutmaßlich Betroffener ernst zu nehmen“, so Jette Wagler, stellvertretende Landesvorsitzende der Jusos  Baden-Württemberg. „Dass Männer Machtpositionen ausnutzen, um Druck auszuüben und sexuelle Grenzen zu überschreiten, ist in der Politik bittere Realität. Im Fall Palmer fordern wir größtmögliche Transparenz und eine vollständige Aufarbeitung der erhobenen Vorwürfe. Unsere Solidarität gilt allen Betroffenen sexualisierter Gewalt“, erklärt Wagler weiter.

„Boris Palmer ist in der Vergangenheit immer wieder negativ durch sein provokantes und machohaftes Auftreten aufgefallen“, so Elias Grohmann, stellvertretender Landesvorsitzender der Jusos Baden-Württemberg aus Tübingen. „Die nun erhobenen Vorwürfe erreichen allerdings eine völlig neue Dimension. Sollten diese sich bestätigen, wäre ein solches Verhalten eines Oberbürgermeisters absolut unwürdig!“, so Grohmann weiter.

Auch die Jusos Tübingen äußern deutliche Kritik. „Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, müssen wir insbesondere darüber sprechen, welche Rolle Machtgefälle bei sexuellen Handlungen spielen. Konsens muss immer freiwillig und ohne Druck erfolgen. Nur Ja heißt Ja. Das gilt insbesondere auch für politische Mandatsträger.“, erklärt Helen Hüftle, stellvertretende Kreisvorsitzende der Jusos Tübingen. „Als Oberbürgermeister trägt Palmer in Tübingen eine besondere Verantwortung. “Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, wäre das Vertrauen endgültig zerstört und ein Rücktritt für uns die einzig konsequente und unvermeidliche Folge“, so Tobias Kneisel, Kreisvorsitzender der Jusos Tübingen.

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