El pueblo unido jamás será vencido/ 50 Jahre Europäische Sozialdemokratie
geschrieben von Leandro /// Kreisverband Böblingen, Kontra, Jusos Baden-Württemberg
Vor 50 Jahren, im April 1974, entstand in Luxemburg der „Bund der sozialdemokratischen
Parteien der Europäischen Gemeinschaft“ – der Vorläufer der heutigen Sozialdemokratischen
Partei Europas (SPE). Inmitten einer Zeit wirtschaftlicher und geopolitischer Krisen –
Ölpreisschock, Kalter Krieg, wachsende europäische Integration – suchten
sozialdemokratische Parteien nach einer gemeinsamen Antwort auf die Herausforderungen
eines sich verändernden Kontinents. Klingt vertraut, oder?
Die Gründung war kein Selbstläufer. Unterschiedliche politische Traditionen, nationale
Interessen und strategische Fragen prägten die Debatten. Insbesondere die SPD setzte sich für
einen eher lockeren Zusammenschluss ein, um die Eigenständigkeit der Parteien zu wahren
und sich zugleich klar vom Kommunismus abzugrenzen. Das Ergebnis war ein Bund, der
Zusammenarbeit ermöglichen sollte, ohne nationale Parteien zu überformen. Ein deutscher
Sozialdemokrat, Wilhelm Dröscher, wurde erster Vorsitzender des Bundes.
Trotz organisatorischer Hürden wurde mit der ersten gemeinsamen Wahlplattform zur
Europawahl 1979 ein wichtiger Schritt hin zu einer transnationalen sozialdemokratischen
Politik gemacht, auch wenn programmatische Differenzen bestehen blieben. 1979 wurden wir
sowohl in Deutschland als auch in Europa stärkste Kraft. Erst 1992, im Kontext des Vertrags
von Maastricht, entwickelte sich aus dem losen Bund eine echte europäische Partei: die SPE.
Damit wurde die Sozialdemokratie zu einer eigenständigen politischen Kraft auf europäischer
Ebene – mit gemeinsamen Strukturen, Programmen und dem Anspruch, Europa aktiv zu
gestalten.
Heute steht die europäische Sozialdemokratie unter Druck, auch weil sie eine Ungleichheit
zugelassen hat, die den Extremismus in Europa nährt. Während die Rechte weltweit sich
vernetzt, blicken wir nostalgisch in die Vergangenheit. Aber nur die SPD zu wählen für die
Partei, die sie mal war, kann kein Erfolgsrezept für die Zukunft sein. Andere progressive
Parteien in Europa begeistern für eine gerechtere, lebenswerte Zukunft und setzen den
braunen Schwarzmalern in Europa ein positives Narrativ entgegen. Wir können voneinander
lernen. Denn eines ist klar: in dieser Welt braucht es gerade jetzt ein starkes Europa und
progressive Politik.
Die SPD war nie nur eine Partei. Mit ihr ist der historische Auftrag verbunden
grenzüberschreitend Mehrheiten für Veränderung zu organisieren. Die Global Progressive
Mobilisation (GPM) in Barcelona verleiht Hoffnung. Wir können den rechtsextremen
Spaltern etwas entgegensetzten. Gemeinsam sind wir stark. El pueblo unido jamás será
vencido.
